Im Test: Valandre Swing 500

Ein guter Schlafsack ist neben Isomatte und Zelt das A und O für einen guten Schlaf im Freien. Nach vielen Jahren Einsatz ließ mein Kunstfaserschlafsack an Wärmeleistung nach und es wurde Zeit für einen würdigen Nachfolger. Dieses Mal sollt es ein Upgrade sein, ein leichteres, wärmeres Modell das mir lange treu sein sollte. So entschied ich mich für einen Daunenschlafsack. Daune ist bei richtiger Hege und Pflege erfahrungsgemäß langlebiger als eine Kunstfaser, die ihren “Loft“ schneller verliert. Da ich nach einigen Jahren Erfahrung wusste was mir bei einem Schlafsack wichtig ist, war es mir wert mehr Geld für einen Schlafsack zu investieren.

Ich entschied mich für einen Valandre Swing 500. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Swing Serie finde ich überragend und zudem bin ich ein großer Fan der von Valandre eingesetzten Daune. Sie stammt aus Frankreich und ist sehr fett und flauschig. Dadurch ist sie sehr unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Das war mir sehr wichtig, denn ich bin gerne am Rande der Hauptsaison unterwegs wo die Nächte oft kühler und feucht sind.

Seit diesem Kauf sind fünf Jahre vergangen.  Nach zahlreichen Trekking- und Radtouren sowie Urlauben im Bus ziehe ich nun mein Fazit:

Das Packmaß ist ideal, ganz klein komprimiert passt er locker in das unterste Rucksackfach, gemeinsam mit Sandalen und Regenkleidung. Mit unter einem Kilo Gewicht ist er wirklich top mit dabei. Das Klima im Schlafsack war selbst in sehr ungemütlich feuchten Nächten angenehm. Für mich persönlich sind die vom Hersteller angegebenen 0°C Komfortbereich zu niedrig angesetzt. 5°C würde ich unterschreiben. Für einen Mann oder eine weniger verfrorene Frau mögen die 0°C aber passen. Auf Tour bin ich zudem recht erledigt am Abend, ich schaffe es oft gar nicht das Energiedefizit mit Essen aufzufüllen. Da friert man nachts auch leichter. Oftmals haben aber eine zusätzliche Daunenjacke, sowie der innen angebrachte, zugezogene Wärmekragen durch so manch kalte Nächte geholfen. Zum Material: Das Innenmaterial punktet mit seiner angenehmen Haptik, es fühlt sich super angenehm auf der Haut an, auch an schwitzigen Nächten.  Auch das verwendete Außenmaterial aus 6.6 Ripstop Nylon erhält Lob, es ist sehr strapazierfähig und damit perfekt für Grobmotoriker und Nächte unterm Sternenhimmel. Robuste, leichtgängige YKK Reißverschlüsse runden den Swing 500 ab.

Nach wie vor kuschel ich mich gerne in meinen Swing 500. Der Loft ist nach fünf Jahren Einsatz und zwei Wäschen (und danach mit Tennisbällen im Trockner) gefühlt gleich geblieben – soweit ich das von außen beurteilen kann. Jedenfalls bauscht sich die Daune auf wie am ersten Tag. Im Nachhinein gesehen wäre für meine Einsatzzwecke der Swing 700 besser gewesen. Ich friere auf Tour nachts viel mehr, zudem hatte ich viele Nächte in Daunenjacke und wenige mit offenem Reißverschluss.

Endfazit: Der Valandre Swing 500 ist ein solider, verlässlicher Schlafsack, den ich gerade wegen seines “Raumklimas“ und der Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit schätze. Ich freue mich, dass ich ihn dank der hochqualitativen Daune noch viele Jahre im Einsatz haben werde.  Und eventuell haben sogar meine Kinder einmal Freude daran.

Nachhaltigkeitstipp: Bei richtiger Pflege und Lagerung hält ein Schlafsack sehr viele Jahre. Sollte die Daune doch einmal am Ende ihrer Kräfte sein und sich bei allen Bemühungen nicht mehr aufbauschen wollen, bietet Valandre einen Auffüllservice an. Dabei wird die alte Daune entfernt und frisch-flauschige kommt wieder rein.